Was macht ein gutes Altenheim oder Pflegeheim aus?

Alter Herr


Selbstbestimmung - Der Kunde ist Könignach oben >>

Lebensqualität geht vor Pflegequalität. Über diesen Satz kann man geteilter Meinung sein. Tatsache ist, keinem alten Menschen darf gegen seinen Willen Hilfe aufgezwungen werden, sei sie noch so gut gemeint. Das heißt, nicht die Pflegekraft, sondern der "Kunde" bestimmt wann und wie oft er Hilfe, z.B. bei der Körperpflege bekommt.
Übrigens: auch demente Menschen haben ein Recht auf Selbstbestimmung.

Eigene Möbelnach oben >>

In vielen Einrichtungen ist es Standard, dass die alten Menschen mit ihren eigenen Möbeln einziehen können. Dies kann sehr zum Wohlbefinden beitragen. Das die Heime ihre eigenen Pflegebetten stellen, sollten Sie akzeptieren. So wird gewährleistet, dass die Pflegemitarbeiter/innen rückenschonend arbeiten können.
Eigene Bilder an den Wänden sollten selbstverständlich sein.

Tagesablauf nach eigenem Wunschnach oben >>

Das Prinzip "wer die Musik bezahlt, darf auch bestimmen was gespielt wird" ist endlich in Pflegeheimen angekommen. Bewohner/innen werden von den Verantwortlichen immer mehr als "Kunden" wahrgenommen.
Dies hat durchaus direkte Auswirkungen auf den Heimalltag. Flexible Essenszeiten oder Shuttledienst zum Wochenmarkt sind nur der Anfang. Maßgeblich ist, ob den Bewohner/innen die Gestaltung des Tages nach eigenen Wünschen ermöglicht wird. Allerdings sind Dinge, die wir als selbstverständlich ansehen, in Heimen oft nicht einfach zu organisieren:
- Flexible Essenszeiten
- pflegerische Versorgung rund um die Uhr usw.
Selbstverständlich sollte sein, dass Bewohner/innen von Heimen aufstehen und zu Bett gehen wann immer sie es wünschen.

Lebensraumnach oben >>

Der erste Eindruck, den eine Pflegeeinrichtung vermittelt ist zwar wichtig, aber natürlich nicht ausschlaggebend für ihre Qualität. Viele Menschen möchten gerne in einem möglichst neuen Haus mit entsprechender Möblierung wohnen. Wahrscheinlich gibt es ebenso viele, die sich in einem alten Haus, dass sie an ihr eigenes Wohnumfeld erinnert, genauso wohl fühlen.
Worauf Sie achten sollten ist, dass die Gestaltung des Hauses so angelegt ist, dass sie nicht der Heimleitung oder den Besuchern, sondern vor allem den alten Menschen gefällt. Es sollte nicht wie ein Krankenhaus und auch nicht wie ein Kindergarten aussehen.
Fast alle Bewohner/innen von Alten- oder Pflegeheimen möchten in einem Einzelzimmer leben. Dieser Wunsch ist kein Luxus und ist bei der Vielzahl der Anbieter auch fast immer zu erfüllen. In Ausnahmefällen kann ein Doppelzimmer sinnvoll sein, z.B. bei Menschen, die nachts alleine Angst haben (gelegentlich bei Demenz).

Freundliches Personalnach oben >>

Scheuen Sie bei der Beurteilung der Freundlichkeit und Höflichkeit der Mitarbeiter/innen nicht den Vergleich mit den Angestellten eines guten Hotels.
Jeder, auch der alte, Mensch hat gute Umgangsformen verdient.

Attraktive Freizeitangebotenach oben >>

Jedes Pflegeheim ist gehalten, Angebote zur Freizeitgestaltung zu machen. Diese können in Quantität und Qualität sehr unterschiedlich sein. Fragen Sie hierzu am besten die Heimbewohner:

  • Ist ihnen öfter langweilig?
  • Entsprechen die Angebote des Hauses ihren Vorstellungen?

Für Menschen mit psychischen Veränderungen (z.B. Demenz) sollte es ein besonderes Angebot zur Tagesgestaltung geben.

Sauberkeit und Hygienenach oben >>

Bei Sauberkeit und Hygiene kann der erste Eindruck täuschen. Bedenken Sie, dass möglicherweise ein altes Haus bei gleicher Reinigung nicht so sauber wirkt wie eine neue Einrichtung mit schicken Möbeln.
Wenn Sie Genaues wissen möchten, erkundigen Sie sich nach der/dem Hygienebeauftragten. Fragen Sie nach dem Hygienehandbuch. Hygienepläne z.B. in den Badezimmern geben Auskunft über die eingesetzten Reinigungs- und Desinfektionsmittel.
Bitte bedenken Sie, dass ein Alten- oder Pflegeheim kein Krankenhaus ist und sich bei der Reinigung durchaus an einem "normalen" Haushalt orientieren kann.

Ein offenes Ohr der Leitungnach oben >>

Manchmal lässt es sich nicht umgehen, sich bei Chef oder Chefin zu beschweren oder einfach nur um Unterstützung zu bitten.

  • Nehmen sich die Ansprechpartner Zeit und hören Ihnen zu?
  • Werden Ihre Anliegen ernst genommen?
  • Werden diese Anliegen schnell und zu Ihrer Zufriedenheit bearbeitet?

Es gibt seit einigen Jahren die "Charta der Rechte hilfe- und Pflegebedürftiger Menschen". In dieser Charta wurden eine Reihe existierender Rechte, etwa aus dem Grundgesetz, in acht Artikeln zusammengefasst und so beschrieben, dass sich Pflegeheime gut daran orientieren können. Die Leitungskräfte sollten zumindest schon einmal davon gehört haben.
Tipp: Unter www.pflege-charta.de können Sie (oder die Heimleitung) die Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen kostenlos bestellen oder als PDF-Datei runterladen.

Gute pflegerische Versorgungnach oben >>

Fragen Sie nach dem "Pflegeleitbild" der Einrichtung. Darin sollten Sie einiges über die Grundhaltung des Hauses erfahren. Genaueres erfahren Sie im "Pflegekonzept" - fragen Sie danach. Häufige Körperpflege bedeutet nicht zwangsläufig gute Pflege (siehe Selbstbestimmung).
Der Gesetzgeber schreibt vor, das 50% der Pflegemitarbeiter/innen eine Pflegeausbildung mit bestandenem Examen vorweisen müssen (Fachkraftquote). Ferner gibt es für Fachkräfte die Möglichkeit zur Zusatzqualifikation z.B. zur Hygienebeauftragten, zur Palliativ-Pfleger/in (Spezialist/in für Sterbebegleitung), zur Fachkraft für Gerontopsychiatrie, zur Wundmanager/in und vieles mehr.
Auch für Bewohner/innen von Alten- oder Pflegeheimen besteht natürlich freie Arztwahl.

Gutes Essennach oben >>

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Dennoch gibt es Kriterien, die die Küche einer Pflegeeinrichtung erfüllen sollte:

  • Frische der Lebensmittel
  • Regelmäßig Obst und Gemüse
  • Abwechslungsreicher Speiseplan
  • Mitspracherecht beim Speiseplan (z.B. durch den Heimbeirat)
  • Wahlmöglichkeit bei den Mahlzeiten